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Unter dem Begriff Sprachstörungen werden verschiedene Störungen zusammengefasst. Im folgenden gehen wir näher auf die unterschiedlichen Störungen ein.

Aphasie

Durch eine Schädigung des Gehirns kann eine Aphasie als erworbene zentrale Sprachstörung hervorgerufen werden.  Sowohl die rezeptiven (Sprachverständnis) als auch die expressiven (Sprachproduktion) Fähigkeiten können in unterschiedlichem Ausmaß in folgenden Bereichen betroffen sein:

  • Phonologie (Lautstruktur)
  • Lexikon (Wortschatz)
  • Semantik (die Bedeutung)
  • Syntax (Satzbau)

Diese zumeist plötzlich auftretenden sprachlichen Defizite, mit häufig weitreichenden Folgen für das familiäre, soziale und berufliche Leben, werden auf Grund der Symptomatik in folgende Syndrome eingeteilt:

  • Globale Aphasie
    (mit Sprachautomatismen z.B. immer wiederkehrende Silbenfolgen wie „de de de“, Wörter oder Floskeln, die nicht in den Gesprächskontext passen, stark eingeschränkter, häufig dysarthrischer Sprachfluss)
  • Wernicke Aphasie
    (Satzverschränkungen, Satzteilverdopplungen, Paraphasien, Jargon, unauffällige Sprachmelodie, überschießender Sprechfluss, Eigenwahrnehmung eingeschränkt, Kommunikation schwer bis mittelschwer beeinträchtigt)
  • Broca Aphasie
    (agrammatische Sprache – Telegrammstil, mögliche Sprechapraxie, eingeschränkter Sprechfluss, Kommunikation schwer bis mittelschwer beeinträchtigt)
  • Amnestische Aphasie
    (leichte Wortfindungsstörungen, Sprachfluss erscheint unauffällig, Suchverhalten, Satzabbrüche, Kommunikation leicht bis mittelgradig gestört)

Aktuell wird dieser Syndromansatz in der Forschung kritisch diskutiert. Man geht zur detaillierten Einzelfallbeschreibung und zur Einteilung in flüssige und unflüssige Aphasien über. Als veraltet gelten die Bezeichnungen motorische und sensorische Aphasie.

Pragmatische Störungen

Pragmatische Störungen zeigen sich vor allem in der Organisation/Interaktion von Gesprächen.

Mögliche Symptome bei pragmatisch-kommunikativen Störungen:

  • Unangemessener Rededrang
  • Probleme beim Turn Taking
  • Unangemessene Wortschatzverwendung, Wortfindungsprobleme
  • Probleme beim Verständnis von nichtwörtlicher Rede, Witz und Ironie
  • Mangelndes Verständnis und Verwendung von Inferenzen
  • Defizite in der nonverbalen Kommunikation, mangelnder Einsatz nonverbaler Kommunikationsmittel
  • Probleme bei der Emotionserkennung
  • Festhalten an Spezialthemen, Dominanz „besonderer“, eigener Themen
  • Auf der Textebene Probleme bei der Kohärenz und Kohäsionsbildung
  • Sprunghaftigkeit in den Themen
  • Falsche Einschätzung des Wissensstandes des Gesprächspartners; unangemessene Präsuppositionen

Wiederholende Verhaltensweisen, feste Phrasen und Perseverationen

Störungen der Schriftsprache

Durch eine Aphasie kann es zusätzlich zu Störungen des Lesens (Dyslexie) und Schreibens (Dysgraphie) kommen. Es gibt folgende zwei Lesestrategien:

  • Einzelheitliche Strategie

(Buchstabe für Buchstabe lesen, z.B. bei Fremdwörtern)

  • Ganzheitliche Strategie

(Wörter werden als Einheit erkannt und müssen nicht einzeln erlesen werden)

Häufig wird von den Betroffenen eine Lesestrategie stark bevorzugt. Bei der ganzheitlichen Verarbeitungsstrategie spricht man dann von einer Tiefendyslexie. Die Patienten können hier häufig nur noch hochvertraute Wörter lesen.

Bei Bevorzugung der einzelheitlichen Lesestrategie spricht man dann von einer Oberflächendyslexie. Dieses ist gekennzeichnet von einem stark silbischen, lautierenden Lesen mit großer Anstrengung.

Analog dazu gibt es ähnliche Verarbeitungsstrategien in der Schriftsprache.

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